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Freitag, 5. Dezember 2014

TausendundeineNacht


1896

Im Showbusiness – und hier vor allem im Circus – lebt bis in die Gegenwart ein Bild vom Orient fort, das seine Wurzeln im Orientalismus des 19. Jahrhunderts hat, zu Beginn des 20. Jahrhunderts seine größte Verbreitung bis in weite Teile des Alltagslebens fand und Mitte des Jahrhunderts durch die Filmindustrie noch einmal belebt wurde. Letztendlich spiegelten die Klischees von einem magischen und märchenhaften Morgenland Sehnsüchte und Fantasien weiter Bevölkerungsschichten des Abendlandes.
Das Unterhaltungsgewerbe spielte dabei meist nur mit diesen Klischees, die oft mit einem Augezwinkern und Mitteln der Übertreibung in Szene gesetzt wurden. Das Bild vom Orient wurde auf seinen Schauwert reduziert – und hier boten sich nicht zuletzt für den Circus ideale Möglichkeiten in Form farbenprächtiger Schaubilder mit Fakirdarbietungen, Akrobatik, Magie, Tanz und der Präsentation „exotischer“ Tiere. Wenn in einem kleinen Familiencircus Fakir „Ali Ben Gali“ Feuer spuckt und auf Scherben läuft, während die Circusschönen „Bauchtanz“ und Pythonschlangen präsentieren und bunt behangene Trampeltiere zur Ellingtons „Caravan“ ihre Runden drehen, dann lebt die alte Tradition „orientalischer“ Schaubilder im Circus unverändert fort. 

Knudsen

Casaro


Aller (Carlo Alessandrini)

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